Kontextualisierung

Was ist denn eigentlich “das Evangelium”? Was ist denn die ”Gute Nachricht”? Kann das Evangelium so einfach zusammengefasst werden? Besteht es etwa aus einem Vers z.B.  Joh 3,16 oder Mk 1,15 oder Röm 1,17? Nein: Das Evangelium ist die von Gott in Christus ausgehende Anrede bzw. das heilswirkende Handeln von Gott in Christus mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen. Das läßt sich nicht in einem Satz zusammenfassen. Wir haben bspw. vier “Evangelien” in der Bibel, und jedes einzelne von ihnen ist erst in seiner Ganzheit “Evangelium” – nicht ein Destillat daraus. Gottes Handeln in Christus ist Teil der Geschichte der Menschheit. Es ist kontinuierlich passiert, weshalb wir von einer Heilsgeschichte sprechen. Eine Art roter Faden, der sich durch die Geschichte zieht. Diesen roten Faden der Bibel gilt es zu perdigen, indem wir ihn in den jeweiligen Kontext übersetzen -  “trans-portieren”.

Es wird allgemein akzeptiert, dass wir in eine neue Zeitepoche eingetreten sind - der Postmoderne. Deshalb müssen wir nicht von einer „Reformation“ (Verbesserung des Vorhandenen) ausgehen, sondern von einer „Transformation“ (Umformung). Solch eine neue Zeitepoche berührt in der Regel mit der Zeit alle Lebensbereiche – manche von ihnen stark, manche stärker und teilweise werden Bereiche völlig transformiert. Diese Entwicklung wird hat auch vor der Gemeinde Jesu nicht halt gemacht. Und das fordert uns Christen heraus. Was sind die großen Herausforderungen und Fragen auf die wir als Christen Antworten finden müssen? Wie können oder sollten wir Familie leben? Wie Gemeinde bauen? Wie die Botschaft Gottes verkünden? Wie Christsein an unserem Arbeitsplatz (wenn es den überhaupt noch gibt) leben? usw. Die Postmoderne stellt andere Fragen an die Theologie. Der postmoderne Mensch denkt anders, empfindet anders, legt andere Schwerpunkt, lebt andere Lebenskonzepte usw. Es ist zu überlegen was das für die Verkündigung bedeutet. Damit beschäftigt sich die Kontextualisierung. Welche Auswirkungen hat die Veränderung des Weltbildes. Dazu hat Marcus Splitt ein sehr gutes Buch geschrieben: Kontextualisierung im postmodernen Pluralismus.  Er versucht  das Weltbild der gegenwärtigen Zeit nachzuzeichnen und daraus abzuleiten, wie dieses das Leben der Menschen ihr Umfeld und ihren Glauben beeinflusst. Unterpunkte des Buches sind: Kultur und Weltbild; Was ist die Postmoderne?; Wirkungen der Postmoderne auf die Gesellschaft; Wirkungen der Postmoderne auf die Theologie. Dabei schreibt er als einer der den gesellschaftlichen Wandel miterlebt und durcherlebt hat. 

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Kurzbeschreibung:

Das Weltbild Isaak Newtons erwies sich mit den epochalen Erkenntnissen der Physiker Albert Einstein, Werner Heisenberg und Max Planck sowie des Mathe-matikers Kurt Gödel endgültig als nicht mehr genügend. Die Theologie nahm den Abschied vom alten Weltbild etwa zwei Generationen später auch zur Kenntnis. Der Übergang wird gerne als der Wechsel von der Moderne zur Postmoderne beschrieben. Ob diese Begrifflichkeit dabei glücklich ist, sei dahingestellt. Festzuhalten bleibt, dass tatsächlich ein dramatischer Weltbildwandel erfolgte. Zwischenzeitlich sind neue Formen postmoderner christlicher Gemeinschaft entstanden. Sie werden mit Namen wie „Emerging Church“ oder „Organic Church“ bedacht und wollen sich deutlich von den bisherigen westlichen Kirchen abheben. Im Rahmen seiner Studien an der Theologisch-Missionswissenschaftlichen Akademie (TheMA) in Uhrsleben bearbeitete der Verfasser des vorliegenden Buches ein hoch aktuelles missionswissenschaftliches Problemfeld: Die Kontex-tualisierung des Evangeliums in unserem eigenen Land. Man spürt seiner Arbeit ab, dass er das neue Gedankengut längst verinnerlicht und seit mehreren Jahren in einer christlichen Pionierarbeit selbst umgesetzt hat.

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