Ich sitze in einer kleinen Runde von 5 Leuten, alles Studenten, und wir unterhalten uns über unsere Studien und Zukunftspläne. Eine bunte Schar von Menschen, die der Einladung eines guten Freundes auf seine Geburtstagsparty gefolgt waren. Nele studiert Jura, ist sich aber nicht ganz sicher, ob sie ihr Studium weiter machen sollen. Sie zieht es ins Ausland. Fremde Kulturen haben es ihr angetan. Frank weiß genau was er will. Nach seinem Betriebswirtschaftstudium will er als Kontroller in einem mittelständischen Unternehmen arbeiten und sich zum Prokuristen hoch arbeiten. Michaels liebt die Natur. Daher hat sie sich entschieden Biologie zu studieren. Begeistert erzählt sie von ihren Expetitionen. Letztes Semester waren sie an der Mecklenburgischen Seeplatten und haben im Nationalparkdorf Federow ein großen Sumpfgebiet untersucht. Während sie so berichtet denke ich mir nur: ist alles schön und gut und bin es ja ganz toll, dass du dich so für die Natur begeistern kannst, aber wie willst du später damit mal Geld verdienen? Kennst du das, du triffst Menschen und sie erzählen von ihrem Studium und du denkst dasselbe? Zum Beispiel Kunstgeschichte oder so. Die studieren sich doch alle in die Arbeitslosigkeit, oder? Nun kam ich mit vorstellen an die Reihe und ich erzählte ihnen, dass ich Theologie studiere. „Wie, du willst doch nicht etwa Priester werden” sagte Nele. „Nein, ich studiere ja auch nicht Katholische Theologie, sondern an einer freien theologischen Ausbildungsstätte”, antwortete ich. „Ok und was bringt dir das? Was willst du denn später damit machen?” fragte Frank anschließend. Ich musste kurz nachdenken und merkte wie berechtigt diese Fragen waren…
Als theologische Ausbildungsstätte beschäftigen wir uns natürlich mit der Frage nach den Einsatzgebieten unserer Studierenden, schließlich wollen wir nicht für die Arbeitslosigkeit ausbilden. Wir sehen hier unterschiedliche Möglichkeiten, für die wir unsere Studenten je nach Interessenlage und Berufung fit machen wollen. Folgende Bereiche können wie momentan sehen:
- Unternehmertum
- Coach (Arbeite mit und an Menschen)
- Social Entrepreneurs (soziales Unternehmertum)
- freier Theologe (Predigtdienst, Seminardienst, Publikationen)
- Theologe + anderer wissenschaftlicher Schwerpunkt z.B. Ethik, Wirtschaft, Kultur
Viele werden hier die typischen Einsatzgebiete wie Pastor und Jugendleiter vermissen. Diese sind natürlich auch möglich, doch sehen wir darin in der Breite nicht die Zukunft. Pastorenstellen werden auf dem freikirchlichen Markt größtenteils von Absolventen von Ausbildungsstätten der Verbände besetzt. Lediglich verbandslose Gemeinden wären möglich, die aber meistens zu klein sind, um sich hauptamtliche Pastoren leisten zu können. Daher richten wir unseren Hauptaugenmerkt auf die oben genannten Felder.