Eschatologie mag für den Laien erst mal befremdlich und nach hoher Theologie, also kompliziert, anhören. Doch davon sollten wir uns nicht abstoßen lassen, denn Eschatologie nimmt einen sehr bedeutenden Raum in unserem Denken ein. Wir alle haben in irgendeiner Form unsere Eschatologie. Eschatologie ist die Lehre von den „letzten Dingen.” Auf der individuellen Ebene ist sie die Frage wie es mit mir weiter geht, auf der universellen Ebene, wie sie mit dieser Welt weitergeht.
Wie wir diese Frage beantworten hat Konsequenzen auf unsere Sicht von Leben in der Schöpfung.
Wer davon ausgeht, dass das Reich Gottes im System der Kirche im Grunde schon angebrochen ist, tut sich schwer mit Kritik an den sozialen Verhältnissen. Er wird die Kirche als Instrument der Weltverbesserung sehen, in der im Gegensatz zur „bösen” Welt, Liebe und Friede herrscht und in die möglichst die gesamte Gesellschaft eingegliedert werden sollte.
Wer davon ausgeht, dass die Welt sowieso schlechter wird und auf ihren Untergang wartet, wird sich aus ihr Zurückziehen und alle Bemühungen auf die erlösende Ewigkeit richten, d.h. die Nöte der Welt werden als Zeichen der Endzeit gedeutet und versucht die Menschen noch zum rettenden Glauben an Jesus zu führen. Die Welt löst sich am Ende im Inferno auf und die Gläubigen werden entrückt.
Wer davon ausgeht, dass es Hoffnung für diese Erde gibt und das wir als Jesus Nachfolger diese Hoffnung in allen möglichen Formen an alle Orte dieser Welt bringen sollen, wird sich aktiv in die Gesellschaft einbringen und sie mitgestalten.
Wie sieht die Bibel die Welt? Kann uns diese Erde nicht egal sein, schließlich ist unser Bürgerrecht im Himmel? Wird jetzt alles schlimmer oder sollen wir uns engagieren? Wie verhält sich nun der Missionsbefehl zum Schöpfungsauftrag unter Berücksichtigung des Kommenden? Müssen wir Angst vor der Zukunft haben? Fragen über Fragen… Wir wollen diese Fragen ganz bewusst losgelöst vom idealistischen griechischen Weltbild anschauen und stattdessen vom ganzheitlichen hebräischen Denkansatz „neu” betrachten und denken. Das wird uns helfen unseren Paradigmenwechsel (vom griechischen zum hebräischen Denken) weiter zu gehen.
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