Was führt Menschen dazu Theologie zu studieren? Da ich das Privileg habe, mit seit einigen Jahren mit Studenten dieser Fachrichtung zu arbeiten, würde ich sagen, ohne das empirisch untermauern zu können, dass der Hauptbeweggrund mehr oder weniger auf einen Aspekt zu reduzieren ist: „Gott hat mir das so gezeigt“. Im staatskirchlichen Kontext mag das nicht unbedingt so zu sein, aber im Wesentlichen bei Studiengängen, die meistens einen internationalen Abschluss ermöglichen, die dann in Deutschland keine Anerkennung finden. Bauchweh bekomme ich manchmal, wenn Studenten sagen, dass Gott mir genau diese oder jene Ausbildungsstätte (oder gar Bibelschule) gezeigt hat. Ich glaube an diese Arten der Führung Gottes, aber manchmal frage ich mich dabei schon….“sollte Gott wirklich gesagt haben“?! Der von Gott auf irgendeine Weise Angesprochene beginnt also mit Begeisterung sein Studium und bekommt dann immer wieder unangenehme Fragen gestellt, wie z. B. „und was willst du damit machen?“ oder „und kann man damit Geld verdienen?“. Da die meisten der Befragten, auch mit gehörigem Gottvertrauen und sie in Vergangenheit auch immer wieder erlebten, dass Gott auch ihr Versorger ist, lässt es sich schon einigermaßen ruhig studieren. Der „Ernst des Lebens“ ist (wie bei Studenten anderer brotloser Künste auch) noch ziemlich weit weg. Aber mit dem Näherkommen des Abschlusses, der sich je nach finanzieller Unterstützung der Eltern noch recht lange herausziehen kann, wird diese Frage dann doch auch konkreter gepaart mit der Frage: „was ist denn nun wirklich meine Berufung?“. Früher war die Antwort noch ganz einfach: eine ganze Stelle als Gemeindepastor in einer aufstrebenden Gemeinde oder zunächst auch Jugendpastor mit einer halben Stelle. Obwohl man denken mag, dass Studenten nach x Semestern kapiert haben, das die bekannten klassischen Gemeindemodelle keine Zukunft haben, gibt es anscheinend immer noch Studenten, die ihre finanzielle Zukunft in beruflicher Hinsicht in diesen Systemen suchen (ich muss zugeben, dass man dafür schon ein gehöriges Maß an Gottvertrauen braucht). Aber was bleibt denn noch? Der Unterstützerkreis, der mich darin finanziell supportet etwas „Neues“ aufzubauen oder Missionar zu werden? Waren die Fragen am Anfang des Studiums nicht doch berechtigt? Wie kann ich als Theologe, der ein geistliches Anliegen hat, später Geld verdienen? War es nicht doch ein Fehler, bei einer Ausbildungsstätte anzuheuern, die mir keinen ordentlichen Abschluss bieten, auf dessen Grundlage ich dann später wenigstens noch etwas Ungeistlicheres weiter zu studieren? Für was braucht die Welt eigentlich Theologen?
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